Caroline Rosales/Isa Grütering

MAMA
MUSS DIE WELT
RETTEN

Wie Mütter vom Wickeltisch aus Karriere machen

Aufbau Digital

Impressum

ISBN 978-3-8412-0652-7

Aufbau Digital,

veröffentlicht im Aufbau Verlag, Berlin, September 2013

© Aufbau Verlag GmbH & Co. KG, Berlin

Die Originalausgabe erschien 2013 bei Aufbau Taschenbuch, einer Marke der Aufbau Verlag GmbH & Co. KG

Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jegliche Vervielfältigung und Verwertung ist nur mit Zustimmung des Verlages zulässig. Das gilt insbesondere für Übersetzungen, die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen sowie für das öffentliche Zugänglichmachen z.B. über das Internet.

Covergestaltung und Illustration Sebastian Rohde / FREIMAUER.COM

E-Book Konvertierung: le-tex publishing services GmbH, www.le-tex.de

www.aufbau-verlag.de

Inhaltsübersicht

Cover

Impressum

Vorwort der Autorinnen

I. Vom Baby-Blues zur Wiedergeburt als Selfmade-Mama

1. Wochenbett – und dann?

2. Ich glaub, mich tritt ein Kind: Von Teilzeitstellen, Bewerbungsfallen, Kündigungen und Karriereknicks

3. Halt, stopp, ich kann nicht! Oder vielleicht doch?

4. Ideen, Ideen – ich geh’ dann mal schwanger

II. Links das Baby, rechts der Laptop

1. Du wirst das Kind schon schaukeln: Isa bloggt sich zu Ruhm und Geld

2. Summa cum Baby: Wie Caro das Studium mit Neugeborenem stemmt

3. Woher bloß die Zeit nehmen: Tanya erobert die Medienwelt (zurück)

4. Mama versus Weltkonzern: Christin erfindet das Apfelkind

5. Stillen, stöbern und durchstarten. Oder: Warum Mütter die besseren Manager sind

6. Where’s the Daddy? Oder: Vom Kampf mit Papa, um einen Kita-Platz und andere Formen der Bestechung

7. Hör auf dein Bauchgefühl! Günes gründet mamikreisel und eine Kita

8. Einfach nur geträumt: Friederike erfindet ihr Buchlokal!

9. Und plötzlich gehört mein Hobby allen: Regina verkauft Handgemachtes auf DaWanda

10. Mein Baby, mein Business und ich: Julia gründet eine PR-Agentur

11. Ich stemme eine Großfamilie: Katarina wird Personaltrainerin

12. Vernetzt Euch!

III. Die beste Mutter der Welt – das bist du!

1. Und jetzt reicht’s!

2. Und sie lebten glücklich und zufrieden

3. Die Zukunft der Mompreneurs

Danksagung

Linkliste

Quellenverzeichnis

Informationen zum Buch

Informationen zu den Autorinnen

Wem dieses Buch gefallen hat, der liest auch gerne ...

Vorwort der Autorinnen

»Dieses Gefühl, das man als neugeborene Mutter hat: Zur selben Zeit völlig übermüdet zu sein und dabei trotzdem zu Tode gelangweilt …«

Autsch! Dieser Spruch von Schauspielerin Tanya Neufeldt, Mutter des dreijährigen Noah, traf mich völlig unvorbereitet – aber er saß. Fast hätte ich, Caro, mich an meinem Stück Brezel, das ich gerade kaute, verschluckt. Aber ich riss mich zusammen, trank einen Schluck Milchkaffee, und schrieb den Satz brav in mein Notizheft. Ich wusste schon jetzt, dass ich Großes mit ihm vorhatte.

Einen Tag später beim Lunch sagte dann unsere Lektorin Stefanie Werk, selber Mutter von zwei Kindern, dass doch gerade dieses Gefühl, plötzlich 24 Stunden am Stück fremdbestimmt zu sein, den Wunsch auslöse, sich neu erfinden zu wollen. Und ich schrieb mit Spaghetti-Bolognese-Gabel in der linken und Stift in der rechten Hand wieder fleißig mit. Da war es schon wieder: Sich neu erfinden, fremdbestimmt, aber glücklich. Der Gedanke ließ mich nicht mehr los.

Auf dem Heimweg vom Lunch erzählte mir meine Co-Autorin Isa, dass sie diese Gedanken während der ersten Zeit mit ihrem ältesten Sohn Gustav gar nicht gehabt habe. Dass ihr damals lange Zeit das Ins-Café-Gehen, die Krabbelgruppe und die Treffen mit anderen Mamas gereicht hätten. Den Wunsch, wieder etwas auf die Beine stellen zu wollen, habe sie erst ein halbes Jahr später verspürt – dann aber richtig.

Mittlerweile betreibt Isa mit hauptstadtmutti.de einen der größten Mama-Blogs Deutschlands und baut gleichzeitig das Berufsportal workyoulove.de auf, das sich an Mütter auf Jobsuche richtet. Und mit ihrem Wunsch nach Selbstverwirklichung ist sie nicht allein: Eine der bekanntesten und sicherlich auch einflussreichsten Gleichgesinnten ist die Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg. Jetzt ist ihr Mama-Karriere-Buch Lean In: Women, Work, and the Will to Lead erschienen, parallel dazu entsteht das gleichnamige Online-Portal. Verkürzt gesagt macht sich Sandberg dafür stark, dass Frauen und vor allem Mütter mehr »wollen sollen« und nicht ihre eigenen Berufsträume durch Familienplanung ausbremsen dürfen.

»Unsere Revolution«, und damit meint sie die Frauenbewegung weltweit, »ist steckengeblieben«, sagte Sandberg dem US-Fernsehsender CBS. Dass sie damit einen Nerv getroffen hat, zeigt der Erfolg des Buches, das mittlerweile zu einem internationalen Bestseller geworden ist.

Doch was heißt das alles unterm Strich? Für unseren Alltag, für unser Leben als Frauen und Mütter, für unsere Pläne und Lebensträume? Was sollen oder müssen wir denn tun? Sollen wir eine – wie auch immer geartete – Revolution anführen, die Welt retten?

Mitnichten natürlich! Wie soll das auch gehen? Isa und mir ist es wichtig zu betonen, dass wir jede Meinung und jeden Lebensentwurf wichtig und respektabel finden. Wir wollen nicht versuchen, Mütter aufzurütteln oder schlimmer noch, ihnen Schuldgefühle einzujagen. Mit diesem Buch wollen wir nur eines: Den Leser inspirieren und ermutigen, indem wir ein Dutzend großartiger Mütter vorstellen, die ihren Traum von Beruf und Familie verwirklicht haben.

Wir glauben, dass viele Mütter eine ähnliche Zerrissenheit empfinden wie wir: Auf der einen Seite sind da unsere Kinder – die süßesten und klügsten der Welt – und auf der anderen Seite stehen wir, mit unseren Wünschen, Lebensträumen und Hoffnungen, die von einem Tag auf den anderen auf Stand-by laufen sollen.

Und dann – manchmal ganz schnell oder auch erst in den nächsten Monaten und Jahren – stellt man sich die Frage, was man macht, wenn die Kinder groß sind, ob man in seinem alten Job wieder so funktionieren kann wie vorher, ob man das überhaupt noch möchte oder vielleicht sogar eine bessere Möglichkeit findet, um Kind und Karriere zu vereinbaren. Man beginnt zu prüfen, ob der Beruf einen überhaupt noch glücklich macht oder ob nicht vielmehr die Elternzeit auch ein guter Zeitpunkt ist, mal etwas anderes auszuprobieren, sich neu zu erfinden?

In den Vereinigten Staaten gibt es mittlerweile stapelweise Bücher, die sich mit dem Thema Mama und Karriere beschäftigen. Sie heißen Millionaire Mum, The Digital Mum Handbook oder Found It und sind Ratgeber von Müttern, die mit ihren Kindern im Schlepptau Karriere machen wollen.

In Deutschland, wo leider die meisten Väter (76 Prozent) laut Statistischem Bundesamt höchstens zwei Monate Elternzeit nehmen, liest man darüber (noch) nicht so viel, obwohl die Zahl der Mütterblogs und Start-up-Unternehmen von Gründerinnen mit Kindern stetig steigt.

Und deshalb werfen wir jetzt alles zusammen: Die Statistiken, die Meinungen, die Erfolgsgeschichten, die Episoden des Scheiterns, die Freuden- und die Kummertränen und den ein oder anderen lebensnahen Tipp.

Und zum Schluss noch eine große Schaufelladung Schulterklopfen für alle Mütter dieser Welt!

Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen, Schmökern und Sich-inspirieren-Lassen.

Caro & Isa

I.

Vom Baby-Blues zur Wiedergeburt als Selfmade-Mama

1. Wochenbett – und dann?

Es gibt eine Sache, die kaum jemand über mich weiß. Naja, allerhöchstens mein Mann. Aber nicht mal meiner Mutter oder unseren engsten Freunden, nur meinem Dad habe ich es vielleicht einmal erzählt: Ich esse Sahne. Und zwar tassenweise. Geschlagene Sahne, am liebsten ungesüßt. Und wenn es sie nicht geschlagen gibt, dann trinke ich sie eben aus dem Plastikbecher. Direkt aus der Kühlschranktür. Mein bisheriger Rekord liegt bei einem halben Liter.

Helmut Kohl würde mich verstehen. Der ehemalige schwedische Ministerpräsident Göran Persson hat ihn nämlich während einer erhitzten Debatte dabei beobachtet, wie er Butter aß. Tellerweise Butter.

Eine ähnliche Geschichte erzählten mir meine Eltern über einen alten Freund. Seine Verlobte hatte ihn verlassen, sein Leben lag in Trümmern, und er begann zu hyperventilieren. Da setzte ihn seine Mutter daheim auf das Sofa und brachte ihm ein großes Bierglas randvoll mit flüssiger Schlagsahne.

Er trank, und mit jedem Schluck sank er tiefer in die Häkelkissen.

Dasselbe tat ich auch. Fast jeden Tag. Es waren einfach die Nerven. Das große Neue, das da plötzlich über Nacht in mein Leben als Zeitungsredakteurin hereingebrochen war, mein Baby. Es wirbelte mich durcheinander, machte mich nervös und manchmal auch ängstlich. Dabei schlummerte der zwei Wochen alte Maxime die meiste Zeit, eingekeilt zwischen meinem Speckbauch und dem Stillkissen, während vor dem Fenster unserer Wohnung in Prenzlauer Berg leise die Schneeflocken tanzten. Wenn man Glück hat, schlafen Neugeborene viel. Und ich hatte Glück: An manchen Tagen verharrte ich stundenlang in einer unbequemen Bein-Fuß-Schneidersitzstellung, damit dieses kleine wundersame Wesen bloß nicht aufwachte. Der Kühlschrank, die Sahne: leider unerreichbar. Es war absurd, noch nie in meinem Erwachsenenleben hatte ich soviel Zeit wie jetzt, war ohne Verpflichtungen und ohne jeglichen Druck und fühlte mich zur selben Zeit unfreier als jemals zuvor. Wahrscheinlich könnte man eine Doktorarbeit mit diesem bizarren Widerspruch, den eine gerade frisch geborene Mutter empfindet, füllen.

Aber naja, bei dem ganzen Sitzen hatte ich zumindest sehr viel Zeit, nachzudenken. Sicherlich würde, nein, müsste ich das alles beim zweiten Kind anders machen, aber damals wusste ich es nicht besser. Ich war 29 Jahre alt, die Schwangerschaft hatte mich plötzlich aus einem wilden Ausgeh-Reise-Workaholic-Leben herausgerissen, und ich wusste absolut nichts über Babys.

Die Vorstellung, Maxime zu bekommen, tatsächlich ein Baby zu haben, war selbst in den letzten Wochen meiner Schwangerschaft noch so irreal, dass ich nicht einmal daran gedacht hatte, einen Babyratgeber zu lesen.

Ich wollte erst einmal wirklich sichergehen, dass er da ist, dass es ihn gibt, ihn in den Armen halten, bevor ich mich mit Bäuerchen, Windeltypen oder Stillproblemen auseinandersetzte.

Und so kam es, dass ich mich völlig ahnungslos auf die anfangs noch täglichen Besuche meiner Hebamme Jule verließ.

So hockten wir dann tage-, nein, wochenlang zu Hause herum, Maxime und ich. Oft saß ich einfach nur da und konnte meinen Blick nicht von ihm abwenden. Noch nie war mir ein Mensch so vertraut und doch so völlig fremd gewesen. Ich starrte ihn an, statt zu schlafen. Wenn er aufwachte, stillte ich ihn. Wenn er weinte, trug ich ihn, vorbei an den Geschirrbergen in der Spüle, den Stapeln dreckiger Wäsche, die sich zu den herumliegenden Babysachen, Geschenken, Schuhen, Zeitschriften und den noch unausgepackten Umzugskartons gesellt hatten.

Die meiste Zeit jedoch schlief Maxime. Sechs, sieben Stunden am Tag. Stunden, in denen ich in unserer Wohnung gefangen war, und die ich füllen musste, aber durch meine Bräsig- und Müdigkeit vom vielen Rumsitzen nicht sinnvoll zu füllen vermochte. Ich aß, döste, saß noch mehr rum. Manchmal schaffte ich es, Maxime in den Stubenwagen zu legen, ohne dass er aufwachte. Dann schob ich den Wagen hinter die Couch, damit er vom Flimmern des Fernsehers nicht aufwachte, legte mich im Pyjama auf die Kissen und lud mir bei iTunes einen Film nach dem anderen herunter – herrlich. Aber nur für kurze Zeit. Nach ein paar Wochen hatte ich es mächtig satt. Ich hatte fast alle neuen Filme gesehen, die mich auch nur ein bisschen interessierten, und grübelte mehr, als dass ich fernsah.

Dieser Wechsel von einem randvollen, neunstündigen Arbeitstag zu einem Leben auf dem Sofa war hart. Mein Leben war komplett auf null gestellt: Ich war an die Wohnung gefesselt. Und so sollte es das ganze nächste Jahr weitergehen?

Dabei hatte ich Glück: Zwar schmerzte meine Kaiserschnittnarbe, ich war noch zehn Kilo zu schwer und heulte viel vor mich hin, aber Maxime war insgesamt ein pflegeleichtes Baby und ich ganz gut im Lesen seiner Babygedanken. Er schrie eigentlich nur, wenn er Hunger hatte, und schlief relativ mühelos nach einer halben Stunde Rumprobieren wieder ein. Auch die Dreimonatskoliken blieben ihm und mir erspart. Dass er bis zu seinem ersten Lebensjahr jede erdenkliche Kinderkrankheit mitgemacht haben würde, ahnte ich damals glücklicherweise noch nicht.

Dank des Kita-Notstands in Berlin lag eine Betreuung in weiter Ferne. Es konnte also durchaus sein, dass ich mehr als ein Jahr mit Maxime zu Hause sitzen müsste. Und das gefiel mir gar nicht.

In anderen Zivilisationen ging es doch auch anders: Die Mutter lebt weiter, das Kind macht mit und nimmt an ihrem Leben teil. Das ergab für mich komplett Sinn. Und offenbar nicht nur für mich, sondern auch für andere Frauen der westlichen Welt: »Danke, kleine Leila, für die Momente, in denen ich nicht auf Dich, sondern auf meinen Computerbildschirm gestarrt habe«, schreibt die Buchautorin und frühere New York Times-Korrespondentin Pamela Druckerman in der Danksagung ihres Buches Warum französische Kinder keine Nervensägen sind: Erziehungsgeheimnisse aus Paris an ihre Baby-Tochter.

Die durchaus umstrittene Bestsellerautorin Amy Chua geht in ihrem Buch Die Mutter des Erfolgs sogar noch weiter. Ihr Baby Sophia scheint nicht Mittelpunkt in ihrem Leben zu sein, sondern Zuschauer: »Bis sie ein Jahr alt war, lebte sie ruhig und beschaulich dahin und tat im Wesentlichen nichts anderes als zu schlafen, zu essen und mich bei meiner Schreibblockade zu beobachten.«

Also musste es doch irgendwie gehen. Zwei Frauen, die ich für ihren Spagat zwischen Karriere und Kindern bewundere, hatten es vorgemacht. Das wollte ich auch. Das Baby, meine Arbeit und ich – alles unter einem Hut.

Zwar beschlich mich schon ziemlich schnell die Ahnung, dass Maxime vielleicht nicht dieses ruhige, genügsame Baby bleiben würde, das er in den ersten Wochen gewesen war. Ich war aber überzeugt davon, dass nicht nur mein Leben seinen kleinen Babybedürfnissen weichen, sondern auch er sich dem Rhythmus seiner Mama anpassen musste!

Meine Freundin Katja sah das genauso. Sie nutzte die Schlafenszeiten ihres Babys, um durchzupowern, erzählte sie mir am Telefon. Katja, eine studierte Volkswirtin und Marketing-Genie, arbeitete seit zwei Jahren von zu Hause aus als Managerin für Schauspieler und Musiker. Konnte auch ich mit Baby in mein altes Leben zurück? Bis jetzt war ich Redakteurin bei einer großen Berliner Tageszeitung. Aber wollte ich das für immer machen? Plötzlich wurde mir bewusst, dass ich genau jetzt hatte ich die Chance, mich noch einmal komplett neu zu erfinden. Die Zeit als neue Mama war die perfekte Zäsur in meinem Leben, um noch einmal alles komplett zu überdenken. Und genau dieses Gefühl war so aufregend: Wenn nicht jetzt, wann dann? Der Baby-Blues als Auftakt für etwas ganz Neues? Warum eigentlich nicht? Goethe hatte einmal gesagt: »Langeweile! Du bist Mutter der Musen.« Der konnte ja nur uns Mütter gemeint haben! Ha!

Neben meinem Job bei der Zeitung studierte ich seit einigen Monaten – quasi berufsbegleitend – Zentralasien-Studien. Das erste Semester hatte ich hochschwanger und schon in Elternzeit gerade so hinter mich gebracht, es fehlten nur noch die Hausarbeiten am Semesterende. Aber würde ich mit Baby überhaupt noch weitermachen wollen? Außerdem gab es damals noch eine dritte Baustelle. Mein erstes Buch. Ich glaub, mich tritt ein Kind ist ein Buch über Schwangerschaft und neue Mütter. Ich hatte das Projekt zu Beginn meiner Schwangerschaft begonnen und bis zum letzten Tag mit dickem Bauch daran gearbeitet. Nach Maximes Geburt fehlten noch 10 Kapitel, die ich innerhalb eines Monats fertigschreiben musste.

Mein bester Freund Aram ist kurz vor Maximes Geburt zu einer langen Reise aufgebrochen. »Erfinde dich neu, Arami«, hatte ich ihm zum Abschied am Flughafen zugerufen. Aram, der, seit wir uns kannten, im Seidenbademantel darüber gegrübelt hatte, was wohl aus ihm und seiner Musik werden sollte. Immer wieder hatte er im Studio gesessen, geschrieben, komponiert und sich seinem Weltschmerz hingegeben. Ich war damals noch Gesellschaftsreporterin, hetzte von einer Party zur anderen, Berlinale, Fashion Week, Bambi-Verleihung und bewunderte Aram für seine Ruhe und seinen Müßiggang. Er hatte drei Jahre gebraucht, um die Platte zu machen, die er immer machen wollte, und diese entpuppte sich als Volltreffer. Heute ist Aram ein erfolgreicher und renommierter Künstler.

Was aber würde ich aus meinem neuen Leben machen? Ich würde darüber nachdenken müssen. Und das tun zu dürfen, während ich mein Baby im Arm hielt, fühlte sich plötzlich an wie ein Stück vom Paradies.

Ideen für Zerstreuung und Müßiggang nach der Geburt

(Bitte abschreiben, ausschneiden, durchmischen und jeden Tag einen der Zettel ziehen)

  • Albert Camus L’Exile et le Royaume lesen und beim Buggy-Schieben über die Geschichten und ihre philosophischen Botschaften nachdenken.
  • Enten füttern.
  • Mit dem (schlafenden) Baby ins Café gehen und eine große heiße Schokolade bestellen – im Sommer natürlich eine Eisschokolade!
  • Den ersten Urlaub mit Baby planen.
  • Einen Baby-Massage-Kurs besuchen und mit anderen Mamis bei Stilltee und Keksen (die gibt’s da immer, also meistens!) quatschen.
  • Dem Baby zu Hause auf der Couch erzählen, was es alles mit Mama erleben wird.
  • Ein Bad mit dem Baby nehmen (am besten, der Papa, die Oma oder Freunde spielen den Bade-Butler. Dann muss man nicht sich und das Baby auf einmal abtrocknen).
  • Seinen Kleiderschrank aufräumen und alle Schwangerschaftsklamotten verbannen/in die Altkleidertonne werfen/ aufheben und verwahren für die nächste Schwangerschaft.
  • Alle alten und neuen Freunde anrufen und ihnen vom Wunder des Mamaseins erzählen und sich bei ihnen wieder auf den neuesten Stand bringen!
  • Und ansonsten natürlich schlafen, so oft es möglich ist!

2. Ich glaub, mich tritt ein Kind: Von Teilzeit-Stellen, Bewerbungsfallen, Kündigungen und Karriereknicks

»Ach, das ist aber schade! Also nicht, wie Sie denken, verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Aber wir dachten, wir könnten Sie nach Ende Ihres Praktikums ab dem nächsten Monat fest einstellen, aber jetzt sind Sie ja schwanger …«

Das war’s! Sachen packen, bitte! Die Personalleiterin hatte gesprochen. Die Karriere meiner Freundin Charlotte in der Verwaltung einer großen Hotelkette würde auf einen Schlag zum Monatsende, also in genau zwei Tagen, beendet sein. Charlotte, 26 Jahre alt, seit drei Jahren verheiratet, war damals im fünften Monat schwanger, und irgendwie hätte sich der erste feste Job nach zwei Jahren Ausbildung und vier Jahren Studium richtig gut im Lebenslauf gemacht.

Nach diesem Gespräch habe sie den ganzen Nachmittag in ihrem Sessel gelegen und geheult, erzählte mir Charlotte ein paar Tage später. Denn obwohl viele ihrer Freunde sie damit beruhigen wollten, dass ihr Mann genug verdiene, um die Familie zu versorgen, kam dies für Charlotte nicht in Frage. Sie wünsche sich etwas anderes, als den ganzen Tag zu Hause zu hocken und das Abendessen zu planen, sagte sie.

Charlotte blickte genervt ins Leere. Wir saßen auf ihrer Couch im Wohnzimmer, dort, wo sie die nächsten Monate sehr, sehr oft sitzen würde. »Cooking, Cleaning and Vagina« nennt es ein amerikanischer Macho-Comedian in seinem Youtube-Video. Doch das sagte ich ihr jetzt besser nicht.

Ich selber war in einer ähnlichen Situation gewesen – nur unter leicht veränderten Vorzeichen. Als ich gerade die letzte Computertaste für meine Chinesisch-Bachelorarbeit runterdrückte, erfuhr ich, dass ich schwanger war. Ich arbeitete zu der Zeit seit mehreren Jahren als freie Redakteurin für eine Berliner Tageszeitung. Ich ging also zu meinem Chefredakteur und teilte ihm mit, dass ich jetzt mit dem Studium fertig sei und eine Festanstellung bräuchte. Er zog die Augenbrauen hoch und stimmte zu. Dann nuschelte ich, dass die Sache allerdings einen kleinen Haken habe und ich schwanger sei. Er blieb jedoch bei seinem Wort, und zwei Wochen später lag mein unbefristeter Arbeitsvertrag als Redakteurin neben einem Päckchen frisch gedruckter Visitenkarten auf meinem Schreibtisch.

Es gibt also solche und solche Erfahrungen, aber wenn man sich umhört, ist meine leider eher der Ausnahmefall.

Kein Wunder also, dass laut eines Berichts des Familienministeriums nur 11,5 Prozent der Mütter im ersten Lebensjahr ihres jüngsten Kindes erwerbstätig sind. Ich hatte mir eigentlich ausgemalt, nach sechs Monaten wieder arbeiten zu gehen. Wäre das überhaupt realisierbar? Dass nur eine von zehn Müttern im ersten Babyjahr arbeitet, liegt sicherlich auch daran, dass Kita-Plätze für ganz Kleine extrem rar sind, aber das scheint nicht der einzige Grund zu sein. Als ich anfing, die Kitas und Tagesmütter in meiner Gegend abzutelefonieren, lag Maxime mit seinen vier Monaten noch sehr zerbrechlich und schutzbedürftig in meinem Schoß. In diesem Moment war ich heilfroh, zu den 88,5 Prozent zu gehören, die zu Hause bei ihrem Baby bleiben. Er war noch so klein, und ich hatte einfach Angst vor einer längeren Mama-Kind-Trennung.

Doch was kommt nach diesem ersten Jahr Elternzeit? Laut Familienministerium steigt der Anteil der berufstätigen Mütter in Deutschland im zweiten Lebensjahr des Kindes auf 40 Prozent. Immer noch sehr wenig, wie ich finde. Beispielsweise sind in Frankreich, wo ein Teil meiner Familie lebt, über 80 Prozent der Frauen zwischen 25 und 49 Jahren erwerbstätig. Und das, obwohl Frankreich eine der höchsten Geburtenrate in Europa hat. Wie das kommt?

Nun, das zeigt etwa das Beispiel meiner Cousine Clara, einer typischen Französin: Sie ist Lehrerin in der Nähe von Lille. Als ihre kleine Tochter Lise zwei Monate alt war, brachte sie die Kleine und ein paar Fläschchen abgepumpte Milch fünfmal die Woche früh um sieben Uhr zur Tagesmutter und holte sie in der Regel um zwei Uhr mittags wieder ab. Für sie war das völlig normal, schließlich machten und machen es alle ihre Freundinnen dort auch so.

Auch wenn das für mich selber nicht in Frage gekommen wäre, weil ich keine Minute Stillen und Tragen mit Maxime missen will, finde ich es dennoch beneidenswert, in einer Gesellschaft zu leben, in der es für Frauen zumindest die staatlich zugesicherte Option gibt, nach zwei Monaten wieder arbeiten gehen zu können.

Meine Rückfrage bei der Französischen Botschaft, wie sich dieses Betreuungsangebot realisieren lässt, ergab übrigens, dass Frankreich zwar weniger Kitas als Deutschland hat, allerdings die Politik mit 10,2 Milliarden Euro im Jahr, also einem Prozent des Bruttoinlandsproduktes, an der Unterstützung von Betreuungsmöglichkeiten für Kleinkinder wie Tagesmütter, Krippen und auch Vorschulen beteiligt ist. Das bedeutet also, dass Tagesmütter Subventionen erhalten, den Eltern werden gestaffelt pro Kind erhebliche Steuerfreiheiten eingeräumt, darüber hinaus bekommen sie noch Kindergeld. Hinzu kommen Gelder wie Geburtszulage, Basisunterstützung und Zusatzhilfen für die freie Wahl der Betreuungsform und Erwerbstätigkeit. Oft hilft der Staat auch mit einer Kostenbeteiligung für eine private Kita, wenn diese zu teuer ist, es aber keine Alternative in der Nähe gibt. Wenn Frau nach der Geburt ihres Kindes beschließt, wieder arbeiten zu gehen, dann wird das organisiert. Staatlich und um jeden Preis.

In Deutschland wird die Betreuungsfrage, und damit auch die Frage nach Vereinbarkeit von Kind und Karriere, mittlerweile auch immer wichtiger. Lange Zeit war das in Westdeutschland jedoch anders. Alles begann in den fünfziger Jahren mit Frauen wie meiner Oma. Sie stärkte ihre Gardinen noch, schrubbte jeden Tag das Waschbecken im Bad so blank, dass sich am Rand keine Tropfen bildeten, und vermochte aus allen Mahlzeiten von Kartoffelsuppe bis Schokoladenpudding ein Festtagsessen zu zaubern. Sie war eine dieser Frauen, bei denen die Wohnung immer leicht nach Putzmitteln und Seife roch, und sie entsprach dem Bild der typischen Hausfrau mehr als alle anderen Frauen, die ich kannte. Bis 1977 waren laut Paragraph 1356 des Bürgerlichen Gesetzbuches alle Frauen in der Bundesrepublik wie meine Oma – Hausfrauen also und damit nur dann berechtigt, erwerbstätig zu sein, »soweit dies mit den Pflichten in Ehe und Familie vereinbar« war. Zwischen den Zeilen klingt das für mich so: Du darfst dann arbeiten gehen, wenn dein Ehemann kein Vollarsch ist, der darauf besteht, dass abends warm gekocht wird.

Egal. Vorbei. Heute ist die Frau in Deutschland im Durchschnitt 29 Jahre alt, wenn sie ihr erstes Kind bekommt, und ab August 2013 gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kitaplatz ab einem Lebensjahr – was toll ist, und für Frauen eine Menge verändern wird, wie ich glaube. Solange jedoch die Rahmenbedingungen für arbeitende Mütter nicht auch von Arbeitgeberseite aus flexibler gestaltet werden, wird dadurch nur ein Teil der Probleme von Frauen, die Kinder und Karriere gleichzeitig wollen, gelöst.

Denn was passiert, wenn das Kind krank ist? Und kleine Kinder sind ständig krank. Das Kindergartenalter ist die Zeit, in der jeder Mensch gewöhnlich die meisten Infekte seines Lebens durchmacht. Zehn bis zwölf Infekte pro Saison seien in dieser Zeit normal, sagt meine Kinderärztin.

Geschichten von meinen Mama-Freundinnen kenne ich dazu genug, so etwa von meiner Freundin Lisa, deren Zwillinge sich ständig mit dem Kranksein abwechselten. Die beiden sind jetzt vier und sie haben noch nie zwei, drei Wochen ohne Fieber geschafft. Einen treffe es immer, erzählt Lisa.

Was sollte eine hochqualifizierte Akademikerin wie Lisa mit drei kleinen Kindern in der Berufswelt karrieremäßig also schon groß ausrichten können, wenn alle zwei Wochen zu Hause Husten und andere Atemwegserkrankungen ausbrechen? Theoretisch ist der Arbeitgeber in der Regel zwar dazu verpflichtet, der Mutter und dem Vater zehn Tage im Jahr bezahlt freizugeben. In der Regel wohlgemerkt.

Aber was ist mit Frauen, die in Führungspositionen sind oder solche anstreben? Nicht jeder kann und will sich einen Babysitter leisten oder kann über Nacht einen auftreiben, wenn das eigene Kind kränkelnd zu Hause liegt, statt in die Kita gehen zu können. Und nicht jeder Job verzeiht es, wenn ein Großprojekt scheitert, man Abgabefristen verpasst oder eine wichtige Präsentation schwänzt, nur weil Junior die Windpocken hat.

Laut der Münchener Karriereberaterin Madeleine Leitner unterschätzen viele Frauen diese Doppelbelastung und glauben, sie könnten mit Kindern genauso arbeiten wie bisher auch. Das sei jedoch nur selten so, aber Frauen sollten trotzdem stolz auf das sein, was sie leisten. Der Karriereknick für Führungskräfte lasse sich nur mit einer sehr kurzen Babypause komplett abwenden. Denn Mitarbeiterinnen in Teilzeit würden eben keine Topkunden beraten oder große Projekte leiten. Auch Neueinstellungen nach der Elternzeit könnten zum Problem werden: »Wenn ich zwei Bewerberinnen mit vergleichbaren Lebensläufen habe, eine mit kleinem Kind und eine ohne, hat die Mutter keine Chance«, verrät mir eine Freundin und Personalleiterin eines Verlages.

So sprechen die Zahlen hier wieder einmal für sich: 97 Prozent der Vorstandschefs der börsennotierten Unternehmen in Deutschland sind Männer. 90 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen.

Dabei stehen jeder Dritten weniger als 1015 Euro im Monat zur Verfügung, um sich und ein Kind zu versorgen. Denn oft arbeiten die Mütter nur in Teilzeit-Positionen. Was ich nur zu gut verstehen kann. Auch ich will als Redakteurin in Teilzeit in meine Zeitungsredaktion zurückkehren, da ich es bei der Aufgabenverteilung in unserer Familie für unrealistisch halte, mit einem Kleinkind Vollzeit arbeiten zu können. Redaktionsschluss für die erste Ausgabe ist täglich um sechs Uhr abends, das heißt, ich wäre erst um sieben bei meinem Sohn in der Kita. Wenn denn nichts dazwischenkommt, und eigentlich kommt doch immer etwas dazwischen. Maxime wäre also mit spätestens einem Jahr wochentags neun Stunden außer Haus. Ich würde ihn unter der Woche nur morgens anziehen, in der Kita abliefern und abends ins Bett bringen. Das ist mir einfach zu wenig. Zumal es in Berlin nur eine Handvoll Kitas gibt, die bis 19 oder 20 Uhr geöffnet haben, und diese oft Mitarbeitern im Schichtdienst von Krankenhäusern vorbehalten sind.

Also bleibt nur die Teilzeitstelle. Laut Mikrozensus sind in der Bundesrepublik zwar 70 Prozent der Frauen berufstätig, allerdings arbeiten laut Bericht des Statistischen Bundesamtes rund 45 Prozent davon in Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen. Allein in Hessen sind in den letzten zehn Jahren 100 000 solcher Stellen bei weiblichen Arbeitnehmern hinzugekommen. Das ist insofern eine gefährliche Entwicklung, als dass Teilzeitstellen auch Teilzeitrenten bedeuten, sprich eine Rente, die eigentlich nicht zum Leben reicht.

Sofie Geisel hat sich als Leiterin des Netzwerkbüros »Erfolgsfaktor Familie« ausführlich mit dem Thema Teilzeitstellen in Deutschland beschäftigt: Der Haken an diesen Stellen sei, dass sie mit einem Arbeitspensum von 18,5 Stunden pro Woche hierzulande »kürzer« seien als im europäischen Durchschnitt. Ein Volumen von über einer Million faktischen Vollzeitstellen ließe sich allein dann mobilisieren, wenn es gelänge, die durchschnittliche Teilzeit für Frauen von 18,5 Stunden pro Woche auf das schwedische Niveau von 25 Stunden anzuheben. Denn vom Gehaltszettel her gelten diese nämlich sogar als Vollzeitstellen.

Es dürfte also ruhig noch ein bisschen mehr sein – vor allem für die Mütter und ihre künftige Rente. Aber das Problem ist nicht nur ein finanzielles. Denn solange Arbeitszeiten so statisch und unflexibel sind, hetzen täglich zehntausende Mütter ihrem Leben hinterher. Man sieht sie an Bahnhaltestellen, Tramstationen, im Kaffeeladen, beim Bäcker, an der Ampel, in der Reinigung, beim Rausgehen aus dem Büro, vor der Kita-Tür auf die Uhr schauen und denken: »F***, schon wieder zu spät dran. Jetzt schnell den Rest des Tages abreißen.« Das heißt, zusammen mit den Schulkindern in den Supermarkt, das jüngste Kind von der Tagesmutter abholen und in den Fahrradkindersitz heben, sich vom Mann noch abends anhören müssen, dass nie, aber nie was im Kühlschrank ist und man das Ganze doch praktischer organisieren könnte. Doppelt-F***.

Vielleicht sollte ich mit meinem Sohnemann einfach einen Deal machen: Ich sorge dafür, dass er eine dieser Bullerbü-Kindheiten hat, in der Mama zum Mittagessen ruft – ohne psychologische Schäden wie Bindungsangst und was vermeintliche Experten sonst noch Böses für Kita-Kinder prognostizieren. Und er kommt dafür später für meinen Unterhalt auf und lässt mich in seinem Gästezimmer wohnen. Ich möchte mal Maximes Gesicht sehen, wenn er 30 ist und ich mich mit meinen zehn Katzen bei ihm ankündige!

Aber Spaß beiseite. Denn gerade die oben geschilderte Arbeitssituation erhöht tatsächlich die Gefahr, dass das Pendel eines Tages böse zurückschwingt: Kai-Olaf Maiwald vom Institut für Sozialforschung an der Universität Frankfurt am Main spricht in einer Studie zum Thema sogar von einer Re-Traditionalisierung der Geschlechterrollen: Die Geburt des ersten Kindes sei die Zäsur. In der Regel übernehmen die Frauen dann Kinderbetreuung und Haushalt. Arme Simone de Beauvoir, arme Alice Schwarzer. Heißt das: 50 Jahre Emanzipationsstreben für (fast) nichts? denke ich. Das möchte ich nicht wahrhaben!

»Im Grunde müssen wir vorsorgen und das Beste aus uns, unseren Möglichkeiten und Talenten machen«, sagte ich später zu meiner deprimierten Freundin Charlotte. »Nur, weil dein jetziger Arbeitgeber dich nicht anstellen wird und du dich im fünften Monat deiner Schwangerschaft arbeitslos melden musst, heißt das ja nicht, dass du die Zeit nicht nutzen kannst, um dich beruflich weiterzuentwickeln und dir eine neue Perspektive zu suchen.«

Charlotte kräuselte die Augenbrauen und überlegte: »Vielleicht kann ich tatsächlich erst einmal meinem Bruder helfen«, sagte sie dann. »Er stellt Holzspielzeug her, das er auf Wochenmärkten verkauft, aber eigentlich könnte er auch einen Onlineshop gebrauchen. Den könnte ich ihm ja entwerfen.«

»Na bitte, da hast du deinen Plan«, jubelte ich und kam mir wie die Retterin der Welt vor.