Anna Wilde

WIRKLICH ALLES ÜBER
M Ä N N E R

Wie sie kommen – wie sie bleiben

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Impressum

ISBN 978-3-8412-0572-8

Aufbau Digital,

veröffentlicht im Aufbau Verlag, Berlin, März 2013

© Aufbau Verlag GmbH & Co. KG, Berlin

Die Originalausgabe erschien 2013 bei Rütten & Loening, einer Marke der Aufbau Verlag GmbH & Co. KG

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Umschlaggestaltung und Illustration Büro Süd, München

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www.aufbau-verlag.de

Inhaltsübersicht

EINLEITUNG: Stell dich blond!

KAPITEL 1
Schummeln erlaubt.
Wie du eine attraktive Göttin wirst

• Befreie die begehrenswerte Frau in dir

• Denk dich sexy

• Trainiere deine Attraktivität

• Zeige Haut

• Kümmere dich um dein Haar

• Betone deinen Mund

• Entdecke feminine Kleidung

• Übe mit High Heels

KAPITEL 2
Die große Flirtschule.
Wie du Männer magisch anziehst

• Entwickle eine sexy Körpersprache

• Wage freche Blicke

• Spiel mit deinen Händen

• Schweige im richtigen Moment

• Bewundere ihn

• Sei geheimnisvoll

• Berühre ihn gezielt

• Jammere nie über dein Alter oder deine Figur

KAPITEL 3
Lust auf mehr.
Wie das erste Date zum zweiten führt

• Überlass ihm das Gesetz des Handelns

• Mach ihn stolz

• Achte auf den perfekten Date Talk

• Sei unkompliziert

• Iss sinnlich und nicht zu wenig

• Trink nur scheinbar viel

• Flirte dezent mit dem Kellner

• Öffne einen Knopf

• Zieh eine Bilanz

KAPITEL 4
Spiel ohne Grenzen.
Wie du Männer in den erotischen Wahnsinn treibst

• Liebe deinen Körper

• Investiere in erotische Wäsche

• Schaff eine lustvolle Atmosphäre

• Tu unschuldig, dann leg los

• Fessel ihn ans Bett

• Verführe ihn mündlich

• Wende ein paar Tricks an

• Überfordere ihn nicht

• Verschweig Erfahrungen mit anderen Männern

KAPITEL 5
Steak und Fußball.
Wie du zum ultimativen weiblichen Kumpel wirst

• Respektiere seine Hobbys

• Akzeptiere seine Freunde

• Mach deine Wohnung männertauglich

• Lass ihn die Sportschau gucken

• Vermeide Fachsimpeleien in seinen Spezialgebieten

• Kritisiere nicht seinen Kleidungsstil

• Koch im sexy Outfit

• Servier ihm deftiges Männeressen

KAPITEL 6
Locker bleiben.
Wie du einen Mann unauffällig an dich bindest

• Erlaube ihm Bier im Bett

• Sei kein Jammerlappen

• Klammer nicht

• Zeig dich nie mit Lockenwicklern

• Inszeniere Sex Dates

• Bedräng ihn nicht mit Familie und Freundinnen

• Rede nicht zu früh über Kinder

• Lade seine Freunde zu Bier und Buletten ein

KAPITEL 7
Männer forever.
Wie du eine Beziehung lebst
und trotzdem Spaß hast

• Sag ihm nie, was deine Klamotten kosten

• Belästige ihn nicht mit notorischer Eifersucht

• Sei nicht immer verfügbar

• Trainiere deine erotischen Reflexe

• Verreise ohne ihn

• Erweitere deinen Radius

NACHWORT

EINLEITUNG

Stell dich blond!

Schwestern, irgendwas haben wir falsch gemacht. Wir sind schön, wir sind schlau, wir sind selbstbewusst. Leider sind wir viel zu oft noch was: unbemannt. Liebe? Leidenschaft? Guter Sex? Fehlanzeige.

Millionen Frauen suchen verzweifelt nach dem Richtigen, und dafür tun sie schreckliche Dinge: Sie gehen auf öde Singlepartys, surfen nächtelang durch Partnerbörsen, lassen sich zu Blind Dates überreden. Was für eine elende Baggerei. Eine Garantie für Frust und Peinlichkeiten.

Kennst du das? Klar kennst du das. Am Ende hockst du dann wieder allein auf der Couch. Heulst Rotz und Wasser, weil die Hochzeitsglocken nur in Hollywoodfilmen läuten. Ziehst dir die dritte Tafel Schokolade rein. Und fragst dich: Wieso eigentlich? Bin ich ein hässlicher Alien? Sind die guten Männer alle vergeben? Sind nur noch die Dumpfbacken von der Resterampe unterwegs? Oder passt das eben nicht zusammen – eine Frau und ein Mann?

Ich verrate dir den Grund: Seit der Steinzeit haben sich die Männer nicht einen Millimeter weiterentwickelt. Wirklich nicht. Männer sind so einfach zu durchschauen wie die Gebrauchsanleitung für einen Dildo. Sie lieben Frauen, die supersexy aussehen, ein Steak in die Pfanne hauen können, nicht widersprechen und Granate im Bett sind. So weit, so simpel. Aber welche Frau mit Grips will schon die lächelnde Deko in Straps und Schürze sein?

Genau da liegt der Systemfehler. Du bist stolz darauf, dass du emanzipiert bist. Du möchtest mit Klugheit punkten. Du willst für deine inneren Werte geliebt werden. Was sonst? Dummerweise gibt es so gut wie keinen Mann, der kluge, emanzipierte Frauen mit inneren Werten toll findet. Solche Frauen finden Männer sogar ziemlich anstrengend. Die Kerle wollen immer noch das Steinzeitweibchen: willig, griffig, doof. Und total unkompliziert.

Also aufgeben? Bloß nicht. Du kannst jeden Mann haben. Wirklich jeden. Witzige, kluge, phantasievolle, intelligente, sportliche, attraktive Männer. Deinen ganz persönlichen Traummann. Ja, auch du kannst das. Du musst nur kapieren, wie Männer ticken. Und dann genau das tun, was sie von dir wollen.

Okay, wenn Alice Schwarzer dies liest, beißt sie vor Wut in den Teppich. Aber vergiss mal Alice Schwarzer. Lesben im Omaalter sind nun wirklich kein Vorbild. Ich könnte jetzt natürlich politisch korrekte Sachen absondern wie: Frauen haben es heute nicht mehr nötig, mit dem Po zu wackeln und ihre Fußnägel zu lackieren. Nur: Das ist leider eine fette Lüge. Kein Mann will eine ungepflegte, frauenbewegte Nervensäge im Kartoffelsack.

»Die Frauen machen sich nur deshalb so hübsch, weil das Auge des Mannes besser entwickelt ist als sein Verstand«, sagte Doris Day mal. Wie recht sie doch hatte. Sicher, Männer können durchaus intelligent sein. Doch ihren Verstand knipsen sie aus, sobald es um Frauen geht. Alles zappenduster im Hirn. Also versuche gar nicht erst, die grauen Zellen des Mannes zu stimulieren. Ziele auf sein bestes Stück, auf seinen Hormonhaushalt, auf seine einfachsten Instinkte. Er wird hinter dir herlaufen wie ein hungriges Hündchen.

Gib ihm die Illusion, dass du die Erfüllung seiner Träume bist. Das kannst du nicht? Und wie du das kannst! Es ist der älteste Trick der Welt. Du wendest ihn nur nicht an, weil du denkst, dass du Männer beeindrucken musst. Darauf stehen sie allerdings gar nicht. Sie wollen selber beeindrucken. Sie wollen sich in dem Gefühl sonnen, dass sie die Größten sind und den Größten haben. Warum geben wir ihnen also nicht, wonach sie sich sehnen? Warum erdrücken wir sie mit unserem Wissen, unserer Dominanz und unserer superemanzipierten Rebellentaktik?

Nach einer Umfrage der Zeitschrift Elle findet gerade mal ein Drittel der Männer Rebellinnen sexy. Nach meinen Erfahrungen sogar wesentlich weniger. Also unterm Parkett durchkriechen? Nicht nötig, du musst dich nicht verbiegen. Du kannst dein Ding machen, genauso, wie du es willst – und trotzdem einen Mann bekommen, der dich vergöttert. Wie du das anstellst? Es ist geradezu lachhaft einfach, einen Mann für dich zu interessieren. Es ist ein Kinderspiel, ihn im richtigen Moment ins Bett zu beamen. Danach musst du nur ein paar bewährte Methoden beherzigen, um ihn für immer an dich zu binden.

Du wirst feststellen, dass das Spaß macht. Es ist sogar ein echtes Vergnügen, einen Mann nach allen Regeln der Kunst einzusacken. Er wird natürlich glauben, er hätte dich erobert. Die Wahrheit kennst nur du: Er ist dir eins, zwei, drei ins Netz gegangen, weil du alles richtig gemacht hast. Weil du so anschmiegsam bist, so erotisch und so unkompliziert, dass er gar nicht genug von dir bekommen kann.

Dabei bleibst du immer du selbst: schlau, raffiniert, anspruchsvoll. Er wird es anfangs nicht erfahren, und das ist auch gut so. Eines Tages wird er es natürlich merken. Doch dann habt ihr längst das, was man ein Commitment nennt. Seid ihr erst mal unzertrennlich, wird er heilfroh sein, dass er keinen dümmlich grinsenden Garderobenständer zu Hause hat. Dann wird er schätzen, wovor er sich anfangs am meisten gefürchtet hat: deine Klugheit, deine Eigenständigkeit, dein Selbstbewusstsein. Weil das unterhaltsamer und spannender ist. Und weil eure Beziehung sonst so langweilig wie ein Ziegelstein wäre.

Wieso dann der ganze Aufwand? Das ist leicht zu beantworten. Männer sind so schreckhaft wie Rehe auf der Lichtung. Man muss sich vorsichtig an sie ranpirschen, ihr Vertrauen gewinnen. Erst später setzt du die Tarnkappe ab. Mit einem Satz: Sei das perfekte Weibchen, aber behalte die Fäden in der Hand. Stell dich blond! Spiel mit ihm das wunderbare Spiel der Verführung. Dann bestimmst du, ob es eine Affäre bleibt oder die Liaison deines Lebens wird. Ohne Kompromisse wird das nicht abgehen. Dafür wirst du jedoch belohnt: Es gibt einen Mann in deinem Universum, für den du das Zentralgestirn bist. Er wird dich auf Händen tragen, und er wird bei dir bleiben. Versprochen.

KAPITEL 1

Schummeln erlaubt.
Wie du eine attraktive Göttin wirst

Befreie die begehrenswerte Frau in dir

In diesem Kapitel verrate ich dir das Geheimnis der Attraktivität. Es ist der Schlüssel zu jener Tür, hinter der dein Traummann steht. Freu dich drauf. Du wirst dich nämlich verwandeln. Aus der grauen Maus wird eine sexy Tigerin werden, eine Frau, nach der sich die Männer umdrehen. Eine, die den Jagdinstinkt weckt. Dann wirst du in den Augen der Männer nur noch zwei Worte lesen: Haben wollen! Anschließend wählst du seelenruhig aus und schlägst zu.

Attraktivität entsteht im Kopf. In deinem Kopf und im Gehirn des Mannes. Das ist so einfach organisiert wie eine Ampel. Meist steht sie auf Rot – nix geht. Wird das Interesse geweckt, schaltet sie auf Gelb. Taucht jedoch eine Frau auf, die dem männlichen Beuteschema entspricht, springt sie sofort von Rot auf Grün. Leuchtend Grün!

Was war noch mal das Beuteschema?

Von Männern wirst du das nicht erfahren, denn sie sind begnadete Lügner. Frag sie, was sie an einer Frau attraktiv finden, und sie schwindeln dir das Blaue vom Himmel herunter. Humorvoll soll eine Frau angeblich sein, einfühlsam, selbstbewusst. Was Männer wirklich denken, sagen sie dir nicht: Sie wollen eine sexy Miss Wonderful. Dann kommt eine Weile nichts. Irgendwo unter ferner liefen würden sie vielleicht noch zugeben, dass sie einen dauergeilen, gutgelaunten Kumpel wollen.

Laut einer Studie von Pamela Regan und Ellen Berscheid nennen 90  Prozent der befragten Männer als wichtigstes Kriterium für weiblichen Sexappeal eine attraktive Erscheinung. Nur 15 Prozent geben an, dass sie auf weibliche Intelligenz stehen. Woran erkennen sie also die Frau ihrer Träume? An schlauen Bemerkungen? Am kultivierten Auftritt? Wohl kaum. Sie erkennen ihre Traumfrau an dem, was sie wirklich schätzen: am optischen Versprechen auf puren Sex. Sorry, das kann man auch etwas vornehmer ausdrücken. Die Wissenschaftler amerikanischer Universitäten wie Queens College und Wake Forest fassen ihre Erkenntnisse so zusammen:

Wenn es um Attraktivität von Frauen geht,
urteilen Männer »extrem visuell«.

Was aber bedeutet »extrem visuell«? Dass Männer geschmackvolle Designerkleidung und den perfekten Lidstrich toll finden? Oder dass sie den ausgefallenen Typ bevorzugen? Nö. Und damit sind wir bei den Schlüsselreizen: Busen, Beine, Po, verbunden mit einer verführerischen Körpersprache, wie die Wissenschaftler ebenfalls herausfanden. Klingt primitiv und ist es auch. Die einzige Entschuldigung besteht darin, dass Männer nun mal ihr evolutionäres Erbe mit sich rumschleppen. Sie wollen sich mit dir weder über die Relativitätstheorie noch über die Klimaerwärmung unterhalten. Sie wollen mit dir ins Bett. Am liebsten sofort. Und dann durchrattern, als gäbe es kein Morgen.

Das wäre eine Zumutung, wenn es nicht ein paar Männer gäbe, die es wert sind, das Spiel mitzuspielen und auf williges Weibchen zu setzen. Dass Frauen Herz, Hirn und Gefühle haben, entdecken auch diese Männer erst später. Als Erstes geht es immer um das, was sichtbar ist. Dafür müssen die entsprechenden Signale ausgesendet werden. Warum haben wir Frauen primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale, wenn wir sie nicht einsetzen? Das Beuteschema ist so simpel. Zeig ihnen, dass du eine Frau bist! Vorher musst du ein paar Dinge klären.

Schritt 1: In dir schlummert eine erotische Göttin.
Weck sie auf!

Nobody is perfect. Aber jede Frau kann sexy sein. Entscheidend ist, ob sie es will. Du kannst 100 Kilo auf die Waage bringen und trotzdem jedes Männerherz in Schwingung versetzen. Du kannst zu kurze Beine und zu klobige Hände haben oder eine Brille mit Glasbausteinen tragen, aber trotzdem die Temperatur eines Raums um ein paar Grad erhöhen, wenn du ihn betrittst. Warum? Weil du das hast, was man Sexappeal nennt. Und der besteht nicht nur aus Busen, Beinen, Po, sondern vor allem aus einer umwerfenden Ausstrahlung.

Mentale Sexyness ist leider gar nicht so einfach zu entwickeln, und ich sage dir auch, warum. Kennst du diesen Schock in der Umkleidekabine? Den Moment, in dem du dich aus deinen Klamotten gepellt hast? Wenn du in deiner Wäsche dastehst und tausend Megawatt deine Schwachstellen ausleuchten? Die Erfinder der Umkleidekabinen sind Sadisten, so viel ist mal klar. Sie machen uns hässlich. Sie zeigen uns so, wie wir nie sein wollten: fett wie eine Schnecke, blass wie eine Made. Mit verrutschter Frisur und gedellter Haut, mit geplatzten Äderchen und Krähenfüßen. Dann zerbröselt das letzte Bisschen Selbstbewusstsein. O nee, denken wir. Wer soll sich denn für so einen Notfall interessieren?

In diesen Momenten musst du stark sein. Und dir eins schwören: Nie wird ein Mann dich so sehen. Nie wird er deine Cellulitis entdecken, das Wellfleisch an deinen Oberarmen, die Speckschürze unterm Bauchnabel, den nicht mehr ganz taufrischen Busen. Nicht mal den Pickel am Kinn. Natürlich wird er all das irgendwann zu Gesicht bekommen. Aber er wird es gar nicht bemerken. Weil er restlos fasziniert ist von dir, von einer rasend begehrenswerten Frau. Jetzt jammerst du vielleicht: Och, ich bin doch gar nicht begehrenswert. Typisch. Frauen sind Weltmeister in Sachen Selbstkritik. Ja, liebe Schwestern, wir haben den Zweifel erfunden. Männer hingegen kennen so was nicht. Wissen wir doch: Selbst Typen mit Bierbauch und Halbglatze halten sich für unwiderstehlich. Welche Frau wurde nicht schon mal von einem schmalbrüstigen Vorstadtcasanova angemacht, der denkt, er sei Brad Pitt reloaded?

Manchmal kann man sogar von Männern lernen –
nämlich die unbeirrbare Überzeugung, attraktiv zu sein.

Schau sie dir an, wie sie ein Restaurant betreten. So siegessicher. So selbstbewusst. Ihr Ego quillt aus jeder Pore. Sie können zu klein, zu dick, zu mickrig, zu prollig sein, aber das macht ihnen gar nichts aus. Sie haben das Ich-bin-ein-Knaller-Gen. Den Du-willst-es-doch-auch-Blick. Bei Frauen ist das weniger verbreitet. Wenn die ein Restaurant betreten, drücken sie sich meist schnell an den Tischen vorbei und werden rot, sobald man sie ansieht. Weil sie denken, dass die Wimperntusche verlaufen ist. Weil sie Angst haben, dass man ihre Speckröllchen sieht. Weil sie sich am liebsten unsichtbar machen würden. Deshalb rennen sie schon vor dem Salat auf die Toilette und meinen, sie müssten irgendeinen optischen Totalschaden beheben. Sie leben sozusagen auf ewig in der Umkleidekabine – unsicher, demoralisiert und verschüchtert.

Seit sich die Wissenschaft mit solchen Schicksalsfragen beschäftigt, haben wir es amtlich: Männer neigen zur Selbstüberschätzung. Gemeinerweise kommen sie damit oft gut an. Forscher vom Williams College in Massachusetts stellten fest: Beim Speed Dating tendieren Frauen dazu, das erotische Interesse der Männer zu unterschätzen. Sie haben keinen Schimmer, wie attraktiv sie wirken. Ganz anders die Herren. Komplett irre, aber wissenschaftlich belegt: Je attraktiver die Frau ist, die einem Mann gegenübersitzt, desto höher stuft er seine eigene Anziehungskraft ein. Mach es genauso!

Denk dich sexy

Wer mit Selbstzweifeln beladen durch die Welt schleicht, kann einpacken. Wenn du dir Stress machst und das auch zeigst, bist du uninteressant für Männer. Das glaubst du nicht? »Persönlicher Stress wirkt sich negativ auf den Sexappeal aus«, schreibt Schlaumeier Andreas Nawrocki in seinem Essay »Sexappeal: Das gewisse ›Etwas‹, das den Verkäufer erfolgreicher macht«. Auch wenn du keinen Gebrauchtwagen oder eine Lebensversicherung verkaufen willst, bist du letztlich ein Verkäufer, denn du bietest das Beste an, was du hast: dich selbst. Deshalb liegt nahe, dass du an deiner Ausstrahlung arbeitest. Nennen wir es ein Attraktivitätstraining.

Ob du attraktiv und sexy wirkst,
hängt von deiner inneren Einstellung ab!

Es sind nämlich gar nicht die offensichtlichen Sexbomben, die bei Männern gut ankommen. Attraktivität und Sexappeal sind eine ziemlich subtile Angelegenheit. Eine attraktive Ausstrahlung ist eine Frage des Bewusstseins: »Sexyness ist eine Haltung, kein äußerliches Merkmal. Genauso wie wahre Schönheit kommt auch der Sexappeal von innen«, sagt Doris Katheder, die Mädchenbilder in Jugendzeitschriften untersucht hat. Wer glücklich, selbstbewusst und mit sich im Reinen sei, wirke daher automatisch sexy.

Und wie sieht es bei dir drinnen aus? Tiefschwarz und depressiv? Bist du enttäuscht und entmutigt, weil du das Gefühl hast, der einzige Single auf der Welt zu sein? Dann wird das auch so bleiben. Wenn dein Herz eine Mülltonne voller Verbitterung ist, und deine Seele ein sterbender Schwan, wirst du damit niemals anziehend wirken. Männer sind nicht Mutter Theresa. Wenn sie überhaupt eine Frau retten wollen, muss sie unwiderstehlich sein. Kein Mann schwingt sich freiwillig zum Depressionsbetreuer auf, mit stundenlangen Problemgesprächen.

Jedes Attraktivitätstraining ist erst mal ein mentales Training.

Danach kannst du dein Äußeres pimpen, und ich sage dir auch, wie. Vorher solltest du klar Schiff in deinem Herzen machen. Du darfst dich von Zeit zu Zeit bei deiner besten Freundin ausheulen, aber bald wirst du bemerken, dass dich das nicht weiterbringt. Du kannst dich ein Leben lang in deinen Zweifeln wälzen und bis Unterkante Oberlippe in Selbstmitleid paddeln. Doch dann stempelst du dich zum Opfer ab. Willst du das? Okay, vergiss das Projekt Männer. Ach, das willst du nicht? Na, dann los!

Komm mit dir ins Reine. Schließ mit deiner Vergangenheit ab. Zieh einen Schlussstrich unter verpasste Chancen, versemmelte Dates und untreue Lover. Das ist Geschichte. Jetzt beginnt eine neue Ära. Die begrüßt du am besten mit irgendetwas, das dir gute Laune macht. Trink ein Glas Prosecco oder leiste dir ein Stück deiner Lieblingstorte, besser gleich zwei. Zelebriere den Beginn einer neuen Phase! Dafür musst du dich coachen. Ist gar nicht so kompliziert, wie es klingt. Leg den Schalter um und erwecke die Göttin in dir!

Schritt 2: Programmiere dich neu!

Die gute Nachricht ist: Ab heute bestehst du nur noch aus Schokoladenseiten, ganz ohne Botox und Beauty-OPs. Das Zauberwort heißt Illusion. Aber wie geht das? Dafür musst du dich neu programmieren. Mit anderen Worten: Erfinde dich neu! Drück die Resettaste. Vergiss deine elenden Selbstzweifel. Und dann sag dir: Ich bin schön. Ich bin sexy. Ich bin einfach atemberaubend. Sobald ich einen Raum betrete, stehe ich im Mittelpunkt. Keiner kann sich meiner umwerfenden Ausstrahlung entziehen. Innerlich betteln die Männer schon um Gnade.

Übertrieben? Blödsinn. Hast du mal ein Foto von der ungeschminkten Pamela Anderson gesehen? Im grauen Jogginganzug, mit Adiletten an den Füßen und diesem verlebten Zug um die Augen? Bestimmt hast du gedacht: Holla, und das soll ein Sexsymbol sein? Zwei Tage später siehst du ein Foto von ihr, auf dem sie vor lauter geballtem Sex kaum laufen kann. Plötzlich ist sie zur Göttin geworden, sie hat einfach den Schalter umgelegt. Und das kannst du auch.

Also raus aus der Umkleidekabine und rein ins Leben, wo du genau das sein kannst, wovon du immer geträumt hast. Hock nicht länger im Windschatten herum, wo du mit großen Augen zusiehst, wie die anderen Frauen einen Mann nach dem anderen erobern. Lerne von den Männern! Licht aus, Spot an!

Der entscheidende Fehler besteht darin,
dass sich die meisten Frauen verstecken. Genauer gesagt:
Sie verstecken ihre Weiblichkeit.

Viele Frauen sind so verunsichert, dass sie nicht auffallen wollen. Denn dann könnte man ja ihre Schwachstellen sehen (siehe oben). Sie ducken sich weg. Wir leben in einem Land, das nicht gerade für sexy Frauen berühmt ist. Im Süden ist das ganz anders, da lautet das Motto: Gib alles! Zeig, was du hast! Mach die Männer verrückt! Das ist nicht billig, das ist das Ticket für jede Menge Spaß. Es ist ein uraltes Spiel: Verführung. Doch das funktioniert nicht, wenn du dich versteckst, wenn du ängstlich bist und deiner Ausstrahlung nicht traust.

Also dreh den Spieß einfach um: Fall auf! Bevor du jetzt vor lauter Panik vom Sofa kippst: Keine Sorge, das wird dir gefallen. Du wirst süchtig danach werden. Am Anfang steht das mentale Ich-bin-eine-Göttin-Programm. Attraktivität heißt nichts anderes als Anziehungskraft. Du kannst zum Magneten werden, wenn du willst. Die Männer werden auf dich zutaumeln wie Motten ins Licht. Es ist ein Reflex, glaub mir. Also geht es jetzt darum, deine mentalen Hanteln auszupacken und deine Attraktivität zu trainieren.

Trainiere deine Attraktivität

Setz dich auf die Couch, schließe die Augen und denke an eine Frau, die du glühend beneidest. An eine Frau mit jener erotischen Magie, bei der Männer unruhig werden. Das könnte zum Beispiel Scarlett Johansson sein. Oder Penelope Cruz, wer auch immer: Sie hat das gewisse Etwas. Diesen Blick, der ein Versprechen ist. Diesen Augenaufschlag, der Männer um den Restverstand bringt. Diesen Hüftschwung, der bei den Herren Pupillenstarre auslöst.

Präge dir ein, wie die Frau aussieht, wie sie sich bewegt, wie sie Männer anschaut. Und jetzt anschnallen und Schlüpfer festhalten: Versetze dich selbst in diese Frau! Geh in deinem Tagtraum spazieren. Stell dir vor, wie du ein Restaurant betrittst. Als Frau mit dem Wow-Faktor. Alle Blicke sind auf dich gerichtet. Und du? Nein, du wirst nicht rot. Du ziehst nicht die Schultern hoch. Du drückst dich auch nicht schnell auf einen Stuhl. Du genießt es! Bewege dich aufreizend langsam in deinem Tagtraum. Heb das Kinn. Mach den Rücken gerade und drück die Brust raus. Sieh den männlichen Gästen in die Augen. Kurz nur, aber in der Gewissheit, dass sie feuchte Hände bekommen. Sehr gut. Na, wie fühlt sich das an? Soweit der Tagtraum. Jetzt heißt es:

Runter von der Couch und rein ins Göttinnenprogramm.

Dafür brauchst du ein Trainingsoutfit. Du weißt ja, jeder Sport erfordert spezielle Klamotten. Auch für dein mentales Training brauchst du sie. In deinem Tagtraum hast du bestimmt keinen ausgeleierten Jogginganzug angehabt, sondern ein rattenscharfes Kleid. So ein Teil, das du dir nie kaufen würdest. Weil es ja nicht passt zu einer intelligenten Frau wie dir. Weil Mami es dir verboten hätte. Weil Papi ausflippen würde. Weil deine beste Freundin den Daumen senkt. Na und? Hallo, Tigerin! Geh shoppen!

Schritt 3: Verwandle dich!

Kauf dir für kleines Geld ein Kleid, das mehr zeigt als verhüllt. Trau dich. Ein roter Mini mit Spaghettiträgern wäre super. Jaja, ich weiß, so was trägst du nicht. Du magst Funktionskleidung und figurferne XXL-Sweatshirts. Die musst du nicht gleich verbrennen. Aber denk dran: Du brauchst nun mal ein Übungsoutfit. Also schlag zu. Glaub nicht dem Spiegel in der Umkleidekabine. Glaub nur deiner Vision: dass du absolut begehrenswert bist.

Und? Hast du jetzt dieses gewagte Teil? Dann ab nach Hause. Leg es an, wenn du allein und ungestört bist. Stell dich vor den Spiegel. Was siehst du? Die Speckröllchen? Die Cellulitis? Den Pickel am Kinn? Schnell abhaken. Das ist das Negativprogramm. Stell dich gerade hin. Wackel ein bisschen mit den Hüften. Entspann dich. Und dann richte dich auf, bis du mindestens einen Zentimeter größer bist. Straffe deine Schultern. Sieh dir zu, wie du dich verwandelst. Spüre die imaginären Blicke auf dir. Gefällt dir, was du siehst? Nein? Dann beame dich noch mal in Scarlett oder Penelope oder wen auch immer. Wie würde sie sich bewegen? Wie würde sie in den Spiegel schauen?

Zieh dein Programm durch. Hol in jeder ruhigen Minute das Trainingskleid raus und lass dich in das Gefühl fallen, dass du ein Vollweib bist. Entdecke deinen Körper. Nein, nicht die Schwachstellen. Jede Frau hat ihre Stärken. Einen Pfirsichteint. Strahlende Augen. Einen schönen Busen. Schöne Hände oder perfekt geformte Beine. Das alles muss keinem Schönheitsideal entsprechen. Es muss einfach nur ein Blickfang sein.

Ganz wichtig: Erzähle niemandem von deinem neuen Mentaltraining. Behalte es für dich. Du wirst noch feststellen, dass deine Wandlung zur Göttin einiges Misstrauen hervorruft. Vor allem Neid. Denn obwohl sie es nicht zugeben, wollen alle Frauen sexy Prinzessinnen sein. Da sie sich das nicht zutrauen, dürfen es auch die anderen nicht. So schlicht, so fies. Lass nicht zu, dass sie dich abwürgen. Du kennst dein Ziel: Du willst einen Mann erobern! Wirklich beste Freundinnen werden dich dazu beglückwünschen.

Merke: Der größte Feind der Göttin in dir sind Frauen,
die Probleme mit ihrer eigenen Weiblichkeit haben.

Nach etwa einer Woche Training wirst du feststellen, dass du Lust bekommst, dein neues Körpergefühl im Echtzeittest auszuprobieren. Nur Mut, du hast nichts zu verlieren. Es hilft, wenn du einen Mann dabeihast. Einen guten Freund zum Beispiel, mit dem nichts läuft, auf den du dich aber verlassen kannst. Die ersten Schritte ins ultimative sexy Frausein sind so ungewohnt, dass ein Beschützer keine schlechte Idee ist. Geh mit ihm irgendwohin, wo man dich nicht kennt, probier was Neues aus. In dieser Phase kannst du keine dummen Kommentare alter Bekannter gebrauchen wie: Äh, was ist denn mit dir passiert?

Es bleibt dir überlassen, ob du bei diesem Test dein Übungsoutfit anlegst oder eine entschärfte Variante. Der Punkt ist: Es sollte ein Kleid sein, es sollte körperbetont sein, und man sollte nicht übersehen, dass du eine Frau bist. Bereite dich gut vor, wie für ein Date. Wasch dir die Haare oder geh zum Friseur. Schminke dich sorgfältig, aber nicht maskenhaft. Lass die praktischen Bequemschuhe im Schrank. Stell dich vor den Spiegel und sage dein Mantra auf: Ich bin schön. Ich bin sexy. Ich bin einfach atemberaubend. Sobald ich einen Raum betrete, stehe ich im Mittelpunkt.

Bereit? Dann los. Verabrede dich mit diesem guten Freund. Geht zusammen ein Glas Wein trinken oder essen oder tanzen. Während du die Bar, das Restaurant oder von mir aus auch die Frittenbude betrittst, wiederhole im Kopf dein Mantra: Ich bin schön. Ich bin sexy. Ich bin einfach atemberaubend. Sobald ich einen Raum betrete, stehe ich im Mittelpunkt. Denk es nicht nur, lebe es. Lass zu, dass jede einzelne deiner Zellen Tango tanzt: Ich bin eine Frau! Und ich fühle mich wohl, weil ich es zeige! Man muss kein Esoteriker mit Räucherstäbchen, Gebetsglöckchen und Yogitee sein, um zu wissen:

Wir sind das Produkt unserer Gedanken.
Sie erzeugen die Realität, die wir erleben.

Würdest du jetzt in Sack und Asche rumlaufen und denken: Bitte vergesst mich sofort wieder, ich bin der absolute Ladenhüter im Supermarkt der Herzen – keiner würde sich an dich erinnern. Also: Innerlich schön das Mantra aufsagen. Was du denkst, überträgt sich auf deine Mitmenschen. Hallo, Göttin! Jetzt achte darauf, wie Männer auf dich reagieren. Streife sie mit einem Blick, der sagt: Du darfst mich bewundern. Mehr nicht. Ich bin nämlich im Trainingslager. Noch ist es zu früh für den Nahkampf. Ich übe nur, und das macht einen höllischen Spaß. Dabei nicht das Mantra vergessen: Ich bin schön. Ich bin sexy. Ich bin einfach atemberaubend. Sobald ich einen Raum betrete, stehe ich im Mittelpunkt.

Gratulation. Der erste Schritt ist geschafft. Du hast jetzt eine sehr erregende Vorstellung davon, wie es ist, als Frau gesehen zu werden. Nicht als Objekt, wohlgemerkt. Denn in dem Moment, in dem du das Beuteschema bedienst, hast du Macht über die Männer. Sie fressen dir aus der Hand. Sie wollen dich unbedingt haben, mit Haut und Haar. Aber du allein entscheidest, wer der Glückliche ist. Du bist und bleibst selbstbewusst und selbstbestimmt. Mit dem Unterschied, dass du diese Eigenschaften neuerdings schlau verpackst.

Nennen wir die Sache beim Namen:
Ab jetzt bist du eine geniale Mogelpackung.

Dein Äußeres verspricht: Ich bin ein Vollweib und will im Sturm erobert werden. Dein Inneres weiß: Ich spiele nur. Und das Schöne ist: Die Blicke der Männer auf sich zu ziehen ist weit aufbauender, als ein braves Lieschen Müller zu sein. Auf einmal hat alles einen neuen Kick. Du spielst eine neue Rolle. Die Hauptrolle.

Zeige Haut

Kennst du den Spruch: What you see is what you get? Auf Deutsch übersetzt: Du kriegst, was du siehst. Männer sind Augenmenschen, eben »extrem visuell«. Sie fahnden nach dir mit den Augen, sie taxieren dich mit den Augen, sie verschlingen dich mit den Augen. Trotzdem darfst du kräftig schummeln. Ich verrate dir was: Männer glauben immer nur das zu bekommen, was sie anfangs gesehen haben. Im Taumel der Lust checken sie nicht mehr, ob die nackte Wahrheit hält, was die bekleidete versprochen hat. Sind sie erst mal im Bett und auf Testosteron, haben sie das Bild im Kopf, das du für sie arrangiert hast.

Es gibt herrliche Studien zu dem Thema. Sie besagen, dass der Sehsinn des Mannes versagt, sobald es zur Sache geht. Dann hat er sowieso nur noch die paar Quadratzentimeter Haut im Blick, denen er sich gerade widmet. Hauptsächlich tastet, riecht und schmeckt er im Bett. Dein Vorteil. Es ist deshalb auch egal, falls deine Wimperntusche am Kinn hängt oder dein Bauch wie ein schlapper Luftballon rumbaumelt, wenn du auf deiner Eroberung sitzt. Er ist wie betäubt. Nutz es aus! Was lassen sich daraus für Schlüsse ziehen?

Du darfst vor dem Liebesspiel jeden Trick anwenden.

Du darfst tarnen und täuschen, was das Zeug hält. Leg dir Push-up-BHs zu und zaubere dir das Dekolleté, das du immer wolltest. Das wird er im Kopf haben, wenn er dir den BH vom Körper reißt. Trage figurformende Wäsche, auch wenn du vor lauter Hitzestau fast kollabierst. Er wird deine schlanke Taille und deine wohlgeformten Hüften vor Augen haben, wenn die Wurstpelle längst in deiner Handtasche verstaut ist, weil du sie vor dem ersten hautnahen Körperkontakt noch schnell auf der Toilette ausgezogen hast.

Schritt 4: Verpass ihm eine Dosis nackter Haut!

Damit der Mann wie festgetackert an dem Bild hängt, das du, nur du entwirfst, musst du ihm natürlich was bieten. Gib ihm das Beste, das Vielversprechendste, das Erotischste, was du hast: deine Haut! Deshalb gilt die oberste Regel: Habe Mut zu einfachen Reizen. Je naturbelassener du wirkst, desto besser. Männer mögen keine aufwendigen Roben, keinen fetten Schmuck oder pfundweise Make-up. Gib ihnen einen Vorgeschmack auf das, was sie erwartet: deinen wundervollen Körper, deine warme, sinnliche, weiche Haut!

Ich sehe schon den Zweifel im Blick, wenn du dies liest: O Gott, ich will doch nicht halbnackt durch die Gegend laufen! Musst du auch nicht. Aber raffiniert freigelegte Haut ist nun mal der Bringer. Nicht nur, weil das erotisch wirkt. Ein gewichtiger Grund kommt hinzu: Männer haben Angst vor Frauen. Kein Witz – sie haben Angst, nicht anerkannt zu werden, zu versagen, überwältigt zu werden. Vor allem Letzteres. Seit sich der Feminismus bis ins kleinste Dorf herumgesprochen hat, zittern Männer vor dominanten Mannweibern. Sie haben Angst, dass Frauen sie überrollen. Nach einer Umfrage der Zeitschrift Elle finden nur 18 Prozent der Männer selbstbewusste und unkonventionelle Frauen attraktiv. Ganz schön wenig, oder?

Wenn du das verstanden hast, begreifst du auch die Sache mit der nackten Haut. Eine Frau, die Arme, Beine, Schultern, Dekolleté zeigt, wirkt angenehm schutzlos. Der Beschützerinstinkt wird geweckt. Männer wollen Helden sein, keine Pantoffelhelden. Sie wollen gebraucht werden. Nichts gefällt ihnen besser als eine Frau, die Schutzinstinkte anspricht. Eine Frau in Hosenanzug und weißer Bluse sieht aus wie eine Konkurrentin, der er Paroli bieten muss. Gibt sie jedoch Haut preis, ist sie das zarte Wesen, um das er seinen starken Arm legen möchte und dem er schützend sein Jackett umlegt – fast schon eine Umarmung.

Klar, wir leben nicht in Breitengraden, die Lust auf freizügige Kleidung machen. Der Frühling ist oft kühl, die Sommer sind verregnet, von Herbst und Winter wollen wir erst gar nicht reden. Dabei wird aber leicht vergessen, dass die meisten Dates in Lokalen stattfinden und die meisten Liebesnächte im Bett. Trotzdem tun viele Frauen so, als ob sie zu einer Polarexpedition aufbrechen, wenn sie sich mit einem Mann verabreden. Sie tragen wetterfeste Schuhe, geländegängige Hosen und dicke Wolljacken. Fehlt nur noch die Pudelmütze.

Es gibt nichts Abtörnenderes als eine Frau,
die sich vermummt.

Die sich verhüllt, weil man ja frieren könnte. Die sich mit Angoraunterwäsche auspolstert, weil man ja eventuell zu Fuß im Eisregen nach Hause stapfen müsste. Wahrscheinlich ist das nicht. Viel wahrscheinlicher ist es, dass du in einem überhitzten Restaurant oder in einer brüllend heißen Disco landest. Verlass dich drauf: Selbst bei Minusgraden überlebst du die paar Minuten vom Auto zum Restaurant leicht bekleidet. Auch wenn Oma immer von Nierenbeckenentzündung gemurmelt hat. Oma hatte vermutlich nicht viele Optionen bei der Partnerwahl. Aber du hast sie, und je attraktiver du rüberkommst, desto mehr Männer stehen dir zur Auswahl.

Also runter mit den ewigen Winterklamotten und rein in diese verführerischen Kleider aus Seide und Satin, die sich wie eine zweite Haut an den Körper schmiegen. Was bedeutet, dass die Haut, die großzügig gezeigt wird, im Bestzustand sein sollte – Moment, auch hier darf selbstverständlich geschummelt werden. Die Tricks sind simpel, aber wirkungsvoll:

Beginnen wir bei den Beinen. Abgesehen von Strapsen und halterlosen Strümpfen – dazu kommen wir später – stehen die meisten Männer auf nackte Beine. Warum? Weil sie die Phantasie anregen. Mehr als ein Mann hat mir gestanden, wie aufregend er es findet, wenn er weiß, dass ich unter meinem Kleid nur einen Slip trage. Wenn überhaupt. Die Beine einer Frau sind sozusagen der Highway zum Zentrum der Lust. Einfach in nördliche Richtung abbiegen, et voilà.

Jeder Mann hat eine hormonelle Sonderausschüttung,
wenn man ihm mit nackten Beinen gegenübertritt.

Dummerweise sind die Beine vieler Frauen Notstandsgebiet. Ich muss an dieser Stelle ganz deutlich werden: Eine professionelle Pediküre ist Pflicht. Und das ist nur der Anfang. Auch Enthaarung ist Ehrensache. Ob wachsen oder rasieren: Seidenweich und haarlos sollten sie sein, die Waden und die Schenkel. Ein weiterer einfacher Trick ist Selbstbräuner. Macht die Beine komischerweise schlanker und weckt Erinnerungen an Sand und Sonne. Besenreiser kann man übrigens wegspritzen lassen, eine brillante Investition. Ist so erfreulich wie eine Wurzelbehandlung und kostet auch was, ist jedoch ungeheuer effektiv.

Kommen wir zu den Händen und zu den Armen, und wieder offenbart eine Studie aufschlussreiche Erkenntnisse. Darin wurde festgestellt: Männer schließen aus perfekt gepflegten Händen, dass eine Frau auch mit seinem Körper sorgsam und geschickt umgeht. Bei rauen Händen und eingerissenen Fingernägeln fürchtet er, dass er ruppig behandelt wird. Wer hätte das gedacht? Leiste dir deshalb eine erstklassige Maniküre. Aber bitte keine meterlangen künstlichen Krallen, da bekommt der Mann, das furchtsame Wesen, wieder Angst. Die Arme sollten gepeelt, enthaart und gut eingecremt sein.

Und nun das Dekolleté. Pure Wonne fürs männliche Auge. Aber nur, wenn du es zum sehenswerten Schaufenster künftiger Lust machst. Also auch hier: peelen, cremen, Selbstbräuner benutzen. Gegen Knitterfältchen in der Grube zwischen den Brüsten hilft eine pushende Feuchtigkeitsmaske. Ein Hauch Schimmerpuder lässt seine Augen glänzen. Und immer schön aufrecht sitzen, das strafft ganz ohne OP. Falls du gern Schmuck trägst, dann nur ganz zarte Ketten. Lenk nicht ab von dem, was er begehrt.

Frauen neigen dazu, vor allem die strategisch wichtigen Zonen
Hals und Dekolleté zu verstecken.

Sie tragen mit Vorliebe hochgeschlossene Blusen und mehrfach verschlungene Tücher. Am schlimmsten ist der Hang zum Rollkragenpullover. Wer den erfunden hat, gehört bestraft. Da Männer mental in der Steinzeit leben, signalisiert der nackte Hals: Ich mache mich verwundbar. Im Wolfsrudel nimmt der Unterlegene die Demutshaltung ein: Er legt sich hin und präsentiert seine Kehle. Zeig ihm deinen Hals und mehr. Die Botschaft lautet: Ich lege meinen Panzer ab, ich ordne mich dir unter, du musst keine Angst vor mir haben. Sei mein Held! Beschütz mich!

Ich weiß, es ist ungewohnt, Haut zu zeigen. Frauen sind heute Kämpferinnen geworden, die sich im Job und anderswo behaupten müssen. Wer sich verhüllt, fühlt sich sicherer. Doch wenn es darum geht, einen Mann um den Finger zu wickeln, ist nicht Kampf angesagt, sondern Raffinesse. Also abrüsten, auch äußerlich. Du wirst dich wundern, wie gut das funktioniert. Und wie phantastisch es ist, diese Taktik von Date zu Date zu steigern. Als ob du dich in Zeitlupe ausziehst. Wow.

Kümmere dich um dein Haar

Na ja, ich ahne schon, was du zu dem Thema zu sagen hast: Meine Haare sind ein Alptraum. Nie sind sie so, wie ich sie will. Sieben Tage die Woche ist bei mir bad hair day. Spricht man Frauen auf ihr Haar an, hört man meist Verzweiflungssprüche: »Ich bin total unzufrieden. Ich lasse sie gerade wachsen. Ich müsste dringend mal zum Friseur.« Haare sind für die meisten Frauen eine Dauerbaustelle. Am liebsten würden sie Warnschilder mit sich rumtragen: »Haare außer Betrieb.« Was ist denn da los?

Wie bei den Klamotten geht es vielen Frauen vor allem darum, dass eine Frisur praktisch ist. Sie soll bloß keine Arbeit machen. Stundenlanges Fönen und Hantieren mit Lockenwicklern sind ein No-Go. Schon eine Haarkur scheint für viele Frauen eine grässliche Folter zu sein. Also raspelkurz und luftgetrocknet? Oder besser gleich eine Glatze? Deine innere Göttin schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Hast du noch alle sieben Zwetschgen beisammen?, fragt sie. Ist da noch Leben in deinem Hirn? Weißt du denn gar nicht, dass auch Haare ein Schlüsselreiz sind?

Hinter dem gestörten Verhältnis zum Haar steckt in der Regel
ein gestörtes Verhältnis zur eigenen Weiblichkeit.

Schwestern, schließt Frieden mit dem, was euch aus der Kopfhaut wächst! Kümmert euch um euer Haar! Macht was draus! Denn Männer sind absolut verrückt danach. Einmal mehr schlägt die Evolution zu. Wie ging es denn zu in der Steinzeithöhle? Neben der Haut informierte das Haar zuverlässig über den Gesundheitszustand und die Fruchtbarkeit der Frau. Bevor ein Mann das Steinzeitweibchen besprang, schaute er deshalb sehr genau hin. Alles tiptop auf dem Kopf? Dann nichts wie ran. Schließlich wollte er sein wertvolles Sperma nicht an irgendwen verschleudern. Das Ganze trägt den wenig charmanten Namen »sexuelle Selektion«.

Da Männer mental nach wie vor mit Bärenfell und Keule rumlaufen, checken sie auch heute noch das Haar der Frau. Und was sehen sie bei dir? Strohhaufen? Wischmob? Streichholzschnitt? Haarsprayorgien? Wenn Haare sprechen könnten, würden sie dir ganze Romane erzählen: Ich fühle mich vernachlässigt. Ich darf nicht schön sein. Keiner will mich anfassen. Auch einem Mann erzählen sie eine ganze Menge: Rühr mich nicht an! Vorsicht, Drahtwolle! Achtung, kratzbürstige Rebellin!

Nichts ist so aufschlussreich wie Männer am Nebentisch zu belauschen. Neulich, in einem Restaurant: Zwei Männer unterhalten sich über Frauen. Der eine sagt: »Du, die neue Sekretärin, die ist ja total verzickt mit ihrer asymmetrischen Kurzhaarfrisur.« Es folgte eine lange Debatte über Frauen und Haare. Was dabei herauskam, war Folgendes:

Männer mögen weder kurzes Haar noch Frisuren, die an
abstrakte Gemälde erinnern. Sie stehen auf weich fallendes
Wallehaar, in dem sie enthemmt wühlen dürfen.

Dazu passt, was in einer dieser wundervollen Studien rausgefunden wurde: 79 Prozent der Männer fühlen sich von romantischen, mädchenhaften Frauen angezogen. Wenn man weiß, dass Männer vor Frauen Angst haben, überrascht das nicht mehr. Romantisch und mädchenhaft bedeutet: weich, anschmiegsam, weiblich. Nichts betont das besser als eine Frisur, die genau das ausstrahlt. Damit erledigt sich das asymmetrische Kunstwerk genauso wie der wilde Wischmob. Gib deinen Haaren einen neuen Text für ihren Auftritt: Ich bin weich und seidig. Ich bin so gesund und vital wie die Frau, zu der ich gehöre. Und ich will, dass du deine Hände und deinen Mund darin vergräbst!

Schritt 5: Mach dein Haar zum Blickfang!

Ab jetzt sind deine Haare Chefsache. Behandele sie so, wie du behandelt werden willst: liebevoll und respektvoll! Sie sind wichtiger als Klamotten, Make-up oder Schmuck. Deine Haare sind dein schönster Schmuck! Lass sie mindestens bis auf Schulterlänge wachsen, ideal ist es, wenn sie die Schlüsselbeine bedecken. Hege und pflege sie. Kauf dir zwei Paar Schuhe weniger – die bekommt ein Mann sowieso nicht mit – und investiere in Friseurbesuche, Spülungen und Haarkuren!

Für diesen ganzen Krempel habe ich keine Zeit, höre ich oft. Richtig? Falsch! Du bist doch auch sonst ein Organisationsfreak. Also denk mal nach. Ein gutes Buch und eine schlaue Zeitung kannst du auch beim Friseur lesen. Oder auf dem Smartphone im Salon deine Mails beantworten. Eine Haarkur kann man über Nacht einwirken lassen, gut verpackt in einem Handtuch. Und die kostbare Zeit vor einem Date musst du nicht damit vergeuden, dich zehnmal umzuziehen, wenn auf deinem Kopf alles stimmt.

Bevor du die Chefsache Frisur in Angriff nimmst,
solltest du einen Augenblick
über deine Haarfarbe nachdenken.

Ist es überhaupt eine Farbe? Oder ein dezentes Straßenkötergrau? Das ist mehr als eine Geschmacksfrage. Ein bisschen Nachhilfe schadet nämlich nicht. Aber Vorsicht mit Trendfarben wie Aubergine oder Hennarot – zu künstlich, zu gewollt, zu zickig. Arbeite an der Illusion, dass alles Natur ist. Also nie extrem färben, lieber tönen. Und zwar nicht mehr als zwei Nuancen abseits der Ausgangsfarbe. Sonst ist das Ergebnis oft der Perückeneffekt: wie draufgedonnert.